„Wir erleben die Zeit der Großstädte. Freiwillig amputierte man der Welt, was ihre Dauer bewirkt: die Natur, das Meer, die Hügel, die Beschaulichkeit der Abende.“
(Albert Camus in „Heimkehr nach Tipasa“ (orginal französisch „L’Été“ 1938)
„Wir erleben die Zeit der Großstädte. Freiwillig amputierte man der Welt, was ihre Dauer bewirkt: die Natur, das Meer, die Hügel, die Beschaulichkeit der Abende.“
(Albert Camus in „Heimkehr nach Tipasa“ (orginal französisch „L’Été“ 1938)
„Ich verstehe hier unter dem Antagonism die ungesellige Geselligkeit der Menschen, d.i. den Hang derselben in Gesellschaft zu treten, der doch mit einem durchgängigen Widerstande, welcher diese Gesellschaft beständig zu trennen droht, verbunden ist. Hierzu liegt die Anlage offenbar in der menschlichen Natur. Der Mensch hat eine Neigung sich zu vergesellschaften: weil er in einem solchen Zustande sich mehr als Mensch, d.i. die Entwickelung seiner Naturanlagen, fühlt. Er hat aber auch einen großen Hang sich zu vereinzelnen (isoliren): weil er in sich zugleich die ungesellige Eingenschaft antrifft, alles bloß nach seinem Sinne richten zu wollen, und daher allerwärts Widerstand erwartet, so wie er von sich selbst weiß, daß er seinerseits zum Widerstand gegen andere geneigt ist. Dieser Widerstand ist es nun, welcher alle Kräfte des Menschen erweckt, ihn dahin bringt seinen Hang zur Faulheit zu überwinden und, getrieben von Ehrsucht, Herrschsucht oder Habsucht, sich einen Rang unter seinen Mitgenossen zu verschaffen, die er nicht wohl leiden, von denen er aber auch nicht lassen kann.“
(aus Immanuel Kant, „Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“, 1784)
„Ich denke niemals völlig das gleiche, weil meine Bücher für mich Erfahrungen sind. Erfahrungen im vollsten Sinne, den man diesem Ausdruck beilegen kann. Eine Erfahrung ist etwas, aus dem man verändert hervorgeht. Wenn ich ein Buch schreiben soll, um das mitzuteilen, was ich schon gedacht habe, ehe ich es zu schreiben begann, hätte ich niemals die Courage, es in Angriff zu nehmen. Ich schreibe nur, weil ich noch nicht genau weiß, was ich von dem halten soll, was mich so sehr beschäftigt. So dass das Buch ebenso mich verändert wie das, was ich denke … Ich bin ein Experimentator in dem Sinne, dass ich schreibe, um mich selbst zu verändern und nicht mehr dasselbe zu denken wie zuvor.“
(Michel Foucault „Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Gespräch mit Ducio Trombadori“, Frankfurt/M. 1997, S.24)
„Wer im Namen der Vernunft spricht, widerspricht sich selbst. Denn vernünftig ist es, die Begrenztheit der eigenen Einsicht zu wissen und eben dadurch besserer Einsicht fähig zu sein, komme sie, woher immer … Immer besteht die Vernunft darin, auf dem für wahr Gehaltenen nicht blindlings zu bestehen, sondern sich kritisch an ihm zu betätigen.“
[Hans-Georg Gadamer, „Lob der Theorie“. Frankfurt/M. 1991, S. 65]