{"id":133696116,"date":"2012-05-26T12:56:00","date_gmt":"2012-05-26T12:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kauda.posterous.com\/wir-lieben-die-abstrakten-ideen"},"modified":"2013-05-13T21:45:15","modified_gmt":"2013-05-13T19:45:15","slug":"wir-lieben-die-abstrakten-ideen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/?p=133696116","title":{"rendered":"&#8222;Wir lieben die abstrakten Ideen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Durch die Methode des &#8218;Wiederk\u00e4uens&#8216; und der Wiedererinnerung wird auch eine andere Tatsache erkl\u00e4rt, n\u00e4mlich die au\u00dferordentliche Einbildungskraft der mittelalterlichen Menschen. Trotz ihrer \u00dcberschwenglichkeit erreicht dieses Verm\u00f6gen bei ihnen eine Kraft und Genauigkeit, die wir nur schwer nachempfinden k\u00f6nnen. Wir sind gewohnt, gedruckte oder sich bewegende Bilder zu sehen, ohne sie wirklich zu betrachten, und selbst beim Sehen sind wir noch zerstreut. Wir lieben die abstrakten Ideen. Unsere Einbildungskraft ist erlahmt und gestattet uns fast nur noch zu tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Aber bei den Menschen des Mittelalters war sie kraftvoll und lebendig. Mit ihrer Hilfe konnten sie sich die Gestalten vergegenw\u00e4rtigen, sie &#8218;anwesend&#8216; machen, sie mit allen Einzelheiten, von denen die Texte berichten, schauen: die Dinge mit ihren Farben und Ausma\u00dfen, die Menschen mit ihren Kleidern, ihrer Haltung und ihren Handlungen, also den ganzen Rahmen, in dem sie sich bewegen. Man machte sich ein Vergn\u00fcgen daraus, sie zu beschreiben und sie sozusagen neu zu schaffen, indem man den Bildern und Gef\u00fchlen einen sehr lebhaften Ausdruck verlieh.&#8220;<\/p>\n<p>[Jean Leclerq in &#8222;Wissenschaft und Gottverlangen. Zur M\u00f6nchstheologie des Mittelalters&#8220;, D\u00fcsseldorf, 1963 &#8211; aus dem franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt von J.und N. St\u00f6ber, S. 88]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Durch die Methode des &#8218;Wiederk\u00e4uens&#8216; und der Wiedererinnerung wird auch eine andere Tatsache erkl\u00e4rt, n\u00e4mlich die au\u00dferordentliche Einbildungskraft der mittelalterlichen Menschen. Trotz ihrer \u00dcberschwenglichkeit erreicht dieses Verm\u00f6gen bei ihnen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1],"tags":[62,47,45],"class_list":["post-133696116","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-20-jahrhundert","category-zitate","tag-imagination","tag-lesen","tag-schrift"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133696116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=133696116"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133696116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":175518555,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133696116\/revisions\/175518555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=133696116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=133696116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=133696116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}