{"id":175518996,"date":"2014-12-13T23:27:22","date_gmt":"2014-12-13T21:27:22","guid":{"rendered":"http:\/\/posterous.kauda.de\/?p=175518996"},"modified":"2014-12-13T23:30:20","modified_gmt":"2014-12-13T21:30:20","slug":"autrui","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/?p=175518996","title":{"rendered":"Autrui"},"content":{"rendered":"<p>Der andere, insofern er anderer ist, ist nicht nur ein alter ego; er ist das, was ich gerade nicht bin. Er ist es nicht aufgrund seines Charakters oder seiner Physiognomie oder seiner Psychologie, sondern aufgrund seiner Andernheit selbst. Er ist zum Beispiel der Schwache, der Arme, >>die Witwe und die Waise<<, w\u00e4hrend ich der Reiche oder M\u00e4chtige bin. Man kann sagen, da\u00df der intersubjektive Raum nicht symmetrisch ist. Das Au\u00dferhalb des andern verdankt sich nicht einfach dem Raum, der trennt, was dem Begriff nach identisch bleibt, oder irgendeiner begrifflichen Differenz, die sich durch das r\u00e4umliche Au\u00dferhalbsein manifestieren w\u00fcrde. Das Verh\u00e4ltnis der Anderheit ist weder r\u00e4umlich noch begrifflich. Durkheim hat das Spezifische des anderen verkannt, wenn er fragt, inwiefern der andere eher als ich selbst das Objekt einer tugendhaften Aktion ist. R\u00fchrt der wesentliche Unterschied zwischen der Liebe und der Gerechtigkeit nicht von der Bevorzugung des anderen durch die Liebe her, w\u00e4hrend doch vom Gesichtspunkt der Gerechtigkeit aus \u00fcberhaupt keine Bevorzugung m\u00f6glich ist?\n\n[Emmanuel L\u00e9vinas, Die Zeit und der Andere, Hamburg, 1989, S. 55]\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der andere, insofern er anderer ist, ist nicht nur ein alter ego; er ist das, was ich gerade nicht bin. Er ist es nicht aufgrund seines Charakters oder seiner Physiognomie oder seiner Psychologie, sondern aufgrund seiner Andernheit selbst. Er ist zum Beispiel der Schwache, der Arme, >>die Witwe und die Waise<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1],"tags":[193,136,194],"class_list":["post-175518996","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-20-jahrhundert","category-zitate","tag-derandere","tag-levinas","tag-zeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/175518996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=175518996"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/175518996\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":175519000,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/175518996\/revisions\/175519000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=175518996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=175518996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=175518996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}