{"id":97289365,"date":"2012-02-01T08:10:00","date_gmt":"2012-02-01T08:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kauda.posterous.com\/immer-zu-wenig"},"modified":"2013-05-14T12:39:55","modified_gmt":"2013-05-14T10:39:55","slug":"immer-zu-wenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/?p=97289365","title":{"rendered":"immer zu wenig"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Zarathustra predigt: &#8218;So viel G\u00fcte, so viel Schw\u00e4che sehe ich. So viel Gerechtigkeit und Mitleiden, so viel Schw\u00e4che.&#8216; In der Tat hat Mitleid ein Moment, das der Gerechtigkeit widerstreitet, mit der Nietzsche freilich es zusammenwirft. <span style=\"color: #000000;\">Es best\u00e4tigt die Regel der Unmenschlichkeit durch die Ausnahme, die es praktiziert<\/span><span style=\"color: #000000;\">.<\/span> Indem Mitleid die Aufhebung des Unrechts der N\u00e4chstenliebe in ihrer Zuf\u00e4lligkeit vorbeh\u00e4lt, nimmt es das Gesetz der universalen Entfremdung, die es mildern m\u00f6chte, als unab\u00e4nderlich hin. Wohl vertritt der Mitleidige als Einzelner den Anspruch des Allgemeinen, n\u00e4mlich den zu leben, gegen das Allgemeine, gegen Natur und Gesellschaft, die ihn verweigern. Aber die Einheit mit dem Allgemeinen, als dem Inneren, die der Einzelne bet\u00e4tigt, erweist an seiner eigenen Schw\u00e4che sich als tr\u00fcgerisch. <strong>Nicht die Weichheit sondern das Beschr\u00e4nkende am Mitleid macht es fragw\u00fcrdig, es ist immer zu wenig.<\/strong>&#8220;<\/p>\n<p>[Horkheimer, Adorno 1947 in &#8222;Dialektik der Aufkl\u00e4rung&#8220;, Frankfurt\/M. 2008, S.110]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Zarathustra predigt: &#8218;So viel G\u00fcte, so viel Schw\u00e4che sehe ich. So viel Gerechtigkeit und Mitleiden, so viel Schw\u00e4che.&#8216; In der Tat hat Mitleid ein Moment, das der Gerechtigkeit widerstreitet, mit der Nietzsche freilich es zusammenwirft. Es best\u00e4ti&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1],"tags":[69,68,81,82],"class_list":["post-97289365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-20-jahrhundert","category-zitate","tag-adorno","tag-horkheimer","tag-mitleid","tag-nietzsche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97289365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=97289365"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97289365\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":175518577,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97289365\/revisions\/175518577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=97289365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=97289365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/posterous.quaerito.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=97289365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}