Innen und Außen

„Jeder rein reflexive Diskurs droht die Erfahrung des Außen in die Dimension der Innerlichkeit zurückzuholen. Die Reflexion hat die unbesiegbare Tendenz, sie wiederum im Bewußtsein zu beheimaten und sie in einer Beschreibung des Gelebten zu entfalten, wo sich das ‚Außen‘ als Erfahrung des Leibes, des Raumes, der Grenzen des Wollens, der unauslöschlichen Gegenwart des anderen abzeichnete. Aber auch das Vokabular der Fiktion ist gefährlich: im Reichtum der Bilder, aber auch in der Transparenz der neutralsten und hastigsten Figuren, könnte es Bedeutungen evozieren, die bereits bekannt sind und unter dem Vorwand eines imaginären Außen von neuem das alte Gewebe der Innerlichkeit fortspinnen.“

[Michel Foucault in „Von der Subversion des Wissens“, übersetzt von Walter Seitter, Frankfurt/Main, 1987, S. 51]